Bericht der Arbeitsgruppe „Sprache“
Patinnen und Paten der Gruppe: Lara Mallien, Marco Bischof
Die erste Diskussionsrunde der Arbeitsgruppe „Sprache“ befasste sich mit der Frage, ob „Geomantie“ überhaupt ein passender Begriff für die heutige Praxis geomantischer Beratung und Forschung ist. Möglicherweise sind modernere Begriffe treffender und besser nachvollziehbar. Die Gruppe sammelte folgende Vor- und Nachteile des Begriffs:
Schwierigkeiten des Begriffs „Geomantie“
- Das griechische „manteia“, das im Wort Geomantie steckt, bedeutet „Mantik“, „Weissagung“, „Divination“. Orakelkunst gehört in den Bereich der Esoterik, von dem sich die meisten GeomantInnen distanzieren wollen.
- Der Begriff ist in der Öffentlichkeit wenig eingeführt, Feng Shui ist dagegen wesentlich bekannter.
Vorteile des Begriffs „Geomantie“
- Das Begriffsfeld „Mantik“ vermittelt, dass es um einen intuitiven Zugang zu einem Themenfeld geht, und das ist für die Geomantie zutreffend.
- Man kann zeitgemäße Übersetzungen von „Mantik“ versuchen, beispielsweise „Deutung“, „Interpretation“ oder „Wahrgenommenes in Worte fassen“. Da der erste Teil des Begriffs Geomantie „Erde“ bedeutet (von griechisch gê oder gaia), könnte man Geomantie frei übersetzen mit „die Sprache der Erde hörbar machen“. Das spiegelt das Selbstverständnis der heutigen Geomantinnen und Geomanten.
- Geomantie ist ein weites Feld und verlangt daher nach einem sehr allgemeinen Begriff. Jeder Versuch, einen ähnlich weit gefassten, moderneren Begriff zu finden, ist bisher fehlgeschlagen.
- Begriffe lassen sich „aufladen“, und der Begriff „Geomantie“ hat bereits eine gewisse positive Ladung, da er in der jüngeren Vergangenheit für verschiedene ganzheitliche Zugänge zur Mensch-Natur-Beziehung und daraus abgeleiteter Gestaltungs- bzw. Beratungspraxis verwendet worden ist.
Das Resumé der Diskussion war, den Begriff „Geomantie“ beizubehalten, ihn aber je nach Zusammenhang mit verschiedenen Untertiteln oder begleitenden Begriffen zu ergänzen.